Es hieß „Unsere Stockstädter Zellstoff“. Jeder war wohl in irgendeiner Weise damit verbunden, und viele Familienmitglieder arbeiteten dort. Wir lebten mit dem dunklen Rauch aus dem „kleinen Kamin“. Erst 1969 wurde der höhere, neue Schlot gebaut und die Luft wurde besser für uns alle.
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Als die Eisenbahnlinie entstand, gab es in diesem Bereich noch keine Bebauung. Die Waldstraße, die heute entlang der Bahnlinie zur Unterführung abzweigt, war noch Feldweg und wurde Samperschlagweg genannt. Als Kinder lebten wir schon damit, dass die Bahnschranken häufig geschlossen wurden und dass wir, die hinter dem Bahnübergang wohnten, auf dem Heimweg oft dort warten mussten.
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Das Zollhaus an der Hauptstraße ist eine Sehenswürdigkeit unseres Ortes, wir alle kannten es. In der Schule lernten wir historische Zusammenhänge, erfuhren von der Arbeit des Zöllners und bekamen die Hausaufgabe, das Wappen zu zeichnen und den am Zollhaus angebrachten Spruch abzuschreiben. In einem Aufsatz fassten wir zusammen, dass die Handwerker Stockstadts gut daran verdienten, dass die Straße von Frankfurt nach Nürnberg durch den Ort führte.
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Auch in unserer Kindheit gab es bereits ein Gebiet, in dem sich diverse Fabriken und Produktionsstätten ansiedelten. Das Gebiet war jedoch vergleichsweise überschaubar, heutzutage ist es wesentlich dichter gestaltet und reicht bis an den Schönbusch heran.
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Wir hatten als Kinder keine Vorstellung davon, wie das Kastell von Stockstadt ausgesehen hat und wie sich „römisches Leben“ bei uns abgespielt hat. Dort, wo das Kastell gelegen war, stand in unserer Kindheit bereits die Zellstoff-Fabrik. Die Grundmauern im Nilkheimer Park besuchten wir meines Wissens nicht. So manche Familie aber hatte zuhause eine beim Bau der Fabrik ausgegrabene Münze liegen…
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In der vierten Klasse antworteten wir auf einen Brief der gleichaltrigen Schulklasse in Kleinostheim. Darin sind detaillierte Zahlen zur Schule und Gemeinde enthalten. Ob ein persönlicher Kontakt zustande gekommen ist? Ich glaube nicht…
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Viele von uns wohnten bereits „über der Bahnlinie“, wo viele Bauplätze noch nicht bebaut waren. Da die Bevölkerung und mit ihr die Kinderzahl wuchs, wurde unser Schulgebäude in der Schulstraße zu eng und man plante dort den Bau einer neuen Schule.
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Zwischen Bahnlinie und Gersprenz war das westliche Dorf entstanden, hörten wir. Wir waren oft draußen im Dorf unterwegs, nahmen den Schulweg zu Fuß und kannten uns dort bestens aus. Es fiel uns deshalb leicht, den farbigen Straßenplan zu erstellen.
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Ganz bedeutsam war es, uns die Geschichte unseres Dorfs näher zu bringen. Wir erfuhren, dass das Unterdorf von einer Mauer umgeben war und dass es eng bebaut war. Dazu hatten wir eine Zeichnung aller Straßen im Unterdorf anzufertigen.
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Die Schwestern, die das Schwesternhaus in der Schulstraße bewohnten, betreuten den Kindergarten Johannisheim in der Gartenstraße. Sie unterrichteten uns im Schulfach Handarbeiten und waren sichtbar im dörflichen Leben.