Familiengeschichte(n)

Peter Debor (1678-1724): Familiengründung

Peter Debor und Johanna Maria Gruber, eine Leinweberstochter aus der Hanauer Altstatt, Tochter des Michael Gruber und der Kunigunde Leimbach, heirateten am 12 Februar 1700 in der hochdeutsch-reformierten Marienkirche zu Hanau. Die Trauung ist im Traubuch wie folgt vermerkt: „Peter Dubors, ein Walckmüller allhier, weyl. Henrich Dubors geweßener Walckmüller allhier hindterlaßener Sohn hat mit Jgfr. Johanna Maria weyl. mr. Michael Grubers gewesener br. und Leineweber in der Altstatt hindterlaßener Tochter in jungfreul. Zier Hochzeit gehalten.“

Nachweislich ist dieser Peter Dubors genannte Bräutigam der Sohn des Jacques Duboir gewesen. Wieso ist also im Traueintrag als Name des Vaters „Henrich“ vermerkt? Inzwischen zeigte sich, dass dies möglicherweise ein Lese- bzw. Übermittlungsfehler zwischen der Frankfurter und Hanauer Gemeinde war. Peters Eltern waren nämlich von „Johann Henrich Henrici“ getraut worden waren, der von 1662 bis 1675 in Frankfurt-Bonames Pfarrer war.

Peter und Johanna bekamen zwischen 1700 und 1715 sieben Kinder:

Erstes Kind: Sara Debor (1700-1735)

Sara erhielt den Taufnamen ihrer Urgroßmutter (Peters Großmutter mütterlicherseits). Sie wurde am 9 September 1700 geboren und am 12 September in der Marienkirche Hanau getauft. Taufpatin war Sara Bartik. Im Taufbuch 8, Seite 241, ist vermerkt: „d 12. 7bris. Gebohren d 9 dito. Der Vatter, Peter Debohr, Walkmüller allhier. Die Mutter, Johanna Maria. Das Kind, Sara. Gevatter, Jfr. Sara. Herr Frantz Bartiks tochter in d. Neustadt„.

Sara Debor heiratete am 20 Juni 1729 Johann Adam Hartig aus Obernburg. Am 12 März 1735 starb sie im Alter von fast 35 Jahren in Obernburg. Es ist bislang nicht bekannt, ob sie Kinder hatte.

Zweites Kind: Andreas Debor (1702-1771)

Andreas wurde am 29 Juli 1702 geboren und am selben Tag in der Marienkirche Hanau getauft. Paten waren Andreas Götz und dessen Ehefrau Maria Elisabeth Busch, Peter Debors Cousine aus Frankfurt-Bonames. Im Taufbuch 8, Marienkirche Hanau, Seite 292, ist vermerkt: „Eodem, gebohren d 29. July. Der Vatter Peter Debohr, Walkmüller allhier. Die Mutter, Johanna Maria. Das Kind, Andreas. Gevatter, Mr. Andreas Götz, bierbrauer zu Bommes u dessen Frau Maria Elisabetha„.

Am 3 Oktober 1728 heiratete Andreas Debor Anna Katharina Plettner aus Heldenbergen. Die Tochter der beiden – Anna Maria Debor – wurde am 7 Oktober 1732 in Stockstadt katholisch getauft. Sie heiratete am 15 Februar 1763 in Heldenbergen den Johann Christoph Appel, bekam fünf Kinder und starb am 9 Januar 1781 in Heldenbergen. Andreas war – vermutlich nach dem Tod seiner Frau – nicht nur nach Frankfurt-Bonames zurückgekehrt, wo er 1755 wieder wohnte, sondern auch zur reformierten Religion. Denn am 23 May heiratete der reformierte Andreas die lutherische Susanna Maria Margaretha Roth in Nieder-Eschbach: wurde in der öfentl. Bätstunde Andreas Debor Einwohnder zu Bonames mit Susanna hiesig Unterthans Roths Tochter nach 3 mahliger Proclamation ordentl. copuliert.

Andreas Debor und Susanna Roth bekamen am 6 April 1756 die Tochter Anna Elisabeth, die am 9 April (reformiert) getauft wurde. Sie heiratete am 11 Mai 1792 Johann Jakob Steinmetz und nach dessen Tod am 20 Juli 1798 Johann Adam Brod, mit dem sie zwei Söhne hatte. Sohn Johann Philipp starb bereits im Alter von knapp zwei Jahren in Nieder-Eschbach. Sohn Adam starb an Pocken im Alter von 36 Jahren.

Am 26 April 1758 wurde Sohn Philipp Jacob Debor in Nieder-Eschbach geboren und am 30 April (reformiert) getauft. Er war Musketier und heiratete am 21 Juli 1801 Anna Katharina Schüler, mit der er am 18 April 1804 einen Sohn namens Philipp hatte. Philipp Jacob starb am 4 Juli 1829 in Nieder-Eschbach, Philipps Frau Anna Katharina Schüler verstarb an Tuberkulose 1832. Beider Sohn Philipp verstarb 1835 ledig an Gicht. Andreas starb in Nieder-Eschbach im Alter von 70 Jahren und wurde dort am 4 Januar 1771 begraben: morgens zwischen 2 und 3 Uhr, seines Alters 70 Jahr.

Drittes Kind: Isaac Debor (1704-1788)

Isaac kam am 6 November 1704 zur Welt und wurde am 6 November in der Marienkirche Hanau getauft. Paten waren Färbermeister und Rat Isaac Barron und dessen Ehefrau. Im Taufbuch 8, Seite 349, ist vermerkt: „Eodem gebohren, d. 6 dito. Der Vatter, Peter Debor, ein Walckmüller allhier. Die Mutter, Johanna Maria. Das Kind, Isaac. Gevatter, Msr. Isaac Barron, des Raths u Färber in der Neustadt u. deßen Frau„.

Ob Isaac mit den Geschwistern nach Stockstadt gekommen ist, ist nicht bekannt. Vermutlich führte ihn sein Lebensweg schon vor dem Umzug der Familie nach Hamburg, wo er als Weinhändler arbeitete und die dortige Familie DE BOOR begründete.

Viertes Kind: Anna Elisabeth Debor (1707-1785)

Anna Elisabetha wurde am 24 Januar 1707 geboren und am 27 Januar in der Marienkirche Hanau getauft. Paten waren der Färber Matthäus Aumon und dessen Ehefrau Anna Elisabeth. Im Taufbuch 8, Seite 420, ist vermerkt: „d. 27. dito ein Kind getaufft, gebohrn den 24. dito. Der Vatter ist Peter Debor. Walckmüller in der Haÿngaße, die Mutter Johanna Maria. der gevatter ist Msr. Mathes Aumon bürger und Ferber der Vorst und dessen Haußfrau Anna Elisabetha, daß Kindt Anna Elisabetha„.

Anna Elisabeth verheiratete sich am 20 Juni 1729 in Stockstadt mit Johann Leonhard Bauer, das Paar bekam acht Kinder und zahlreiche Nachkommen. Am 20 August 1785 starb Anna Elisabeth in Stockstadt.

Fünftes Kind: Albert Debor (1709-1750)

Albert kam am 28 Januar 1709 zur Welt und wurde am 30 Januar in der Marienkirche Hanau getauft. Paten waren Albert [Vatter?] aus der Hanauer Altstatt und dessen Ehefrau Anna Katharina. Im Taufbuch 9, Seite 3, ist vermerkt: „den 30 Januar ein Kindt getaufft, geboren den 28. Der Vatter, Peter Debor, Walckmüller, die Mutter, Johann Maria, der Gevatter Albert […], Bürger und [gasthalter?] der altenstatt und deßen Hausfrau Anna Catharina, daß Kindt heißet Albertus.

Am 20 Juli 1733 heiratete Albert in Hainstadt Klara Elisabeth Wenzel. In Stockstadt wurden sieben Kinder, darunter ein Zwillingspärchen, geboren. Durch Albert wurden die Deborfamilien in Stockstadt begründet.

  • Tochter Anna Maria (1734-1795) heiratete Johann Peter Zang.
  • Tochter Maria Dorothea (1736-1812) heiratete Johann Joseph Volk.
  • Tochter Maria Eva (1738-1738) starb im Alter weniger Monate.
  • Sohn Johann Michael (1740-1797) heiratete drei Mal und hatte acht Söhne und neun Töchter. Er übernahm nach Alberts Tod die Stockstädter Walkmühle.
  • Der Zwillingssohn Philipp Jakob (1743-1743) wurde nur wenige Wochen alt.
  • Sein Zwillingsbruder Georg Franz (1743-1745) starb im Alter von zwei Jahren.
  • Tochter Maria Elisabeth (1745-1774) heiratete Johann Georg Sulzmann.

Sechstes Kind: Rachel Debor (1712-1772)

Rachel wurde am 5 Januar 1712 geboren und am 8 Januar in der Marienkirche Hanau getauft. Paten waren der Wollwebermeister Max Braconje und dessen Ehefrau Rahel. Im Taufbuch 9, Seite 90, ist vermerkt: „d 8. Jan. ein Kind getaufft, gebohren d 5 dito, morgends zwisch 4. U. 5. uhren, der Vatter ist Peter Debor, Walkmüller in hiesiger walkmühle, die Mutter heißet Anna Maria, der gevatter ist Mstr. Max Braconje, bürger U. Wüllenweber in der Neustatt, die gevatterin deßen Haußfrau, Rahel, das Kind heißet Rachel.

Rachel heiratete am 25 April 1729 in Stockstadt Johann Konrad Kneisel und bekam fünf Kinder. Als ihr Mann 1743 starb, war ihr jüngstes Kind drei Jahre alt. Sie verheiratete sich am 7 November 1746 zum zweiten Mal mit Johann Franz Arnold aus Kleinostheim. Aus der Ehe ging 1749 Sohn Johann Michael Arnold hervor. Rachel Debor starb in Haibach bei Aschaffenburg im Alter von sechzig Jahren. Ihre Nachkommen finden sich zahlreich in den Ortschaften Haibach, Grünmorsbach und Umgebung.

Siebtes Kind: Johanna Margaretha Debor (1715-1723)

Johanna Margaretha kam am 11 Februar 1715 zur Welt und wurde am 20 Februar getauft. Ihre Paten waren Hans Jacob Knörtzer und dessen Verlobte Anna Margaretha N…gasser aus Darmstadt. Im Taufbuch 9, Seite 197, ist vermerkt: „Den 20. Febr. Ein Kindt getauft, gebohren den 11. dito. Der Vatter jst Peter Debor, bürger und Walcker der alten Statt, die Mutter Johanna Maria, gevatterin sind H. Hanß Jacob Knörtzer, bürger Capithaÿn der altenstatt, und deßen damahl. noch Jfr. Liebste Anna Margretha, von darmstatt. gebohrne [Neuen?]gaßerin, beÿde Verlobte. Das Kindt heißet Johanna Margretha„.

Johanna Margaretha starb am 6 Mai 1723 in Hanau: „Den 6. Maÿ wurde Peter Debohr bürger der altstatt eine Tochter Anna Margretha von 8. Jahren begraben Mit 2. gl.

Umzug der Debor-Familie nach Stockstadt

Nach dem Tod des Peter Debor (nicht genau datiert, jedoch geschätzt um 1723/1724) entschloss sich seine Witwe Johanna Gruber aus vermutlich wirtschaftlichen Gründen, mit ihren Kindern im Alter zwischen 12 und 25 Jahren nach Stockstadt am Main überzusiedeln. Dort übernahm die Familie eine Walkmühle in der Schulstraße, die noch im 20. Jahrhundert als Debormühle bezeichnet wurde.

Peters Witwe verheiratet sich erneut

Am 11 Oktober 1734 heiratete Johanna Gruber, verwitwete Debor, den gleichaltrigen und verwitweten Johann David Zimmermann aus Seligenstadt. Wo sie verstarb, ist derzeit nicht bekannt.

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