Aegidius – so sein Taufname – wurde am 10 August 1859 als Sohn des Leonhard Weitz (1834-1899) und der Christina Zang (1836-1894) in Stockstadt geboren. Sein Taufpate war Aegidius Zang, der Bruder seiner Mutter Christina Zang (1836-1894). Sein Vater war 1834 in Stockstadt geboren worden, dessen Vorfahren stammten jedoch nicht aus Stockstadt, sondern aus Kleinostheim und Jügesheim.
Auswanderung nach Amerika 1881
Bis zum Alter von 22 Jahren lebte Aegidius Weitz in Stockstadt. Dann entschloss er sich zur Auswanderung nach Amerika und bestieg ein Schiff in Bremen. Am 9 September 1881 kam Egid – wie er in Amerika genannt und geschrieben wurde – auf dem Dampfer Nürnberg aus Bremen in New York an. An Bord befanden sich 753 Passagiere. Egid Weitz, 22 Jahre alt, aus Bayern, mit Ziel Cincinnati, Ohio, wurde als Nummer 219 in der Passagierliste aufgeführt. Er reiste alleine, folgte aber seinen schon Jahre zuvor ausgewanderten Verwandten aus der Familie seiner Mutter.
Wohnort ab 1881
Diese suchte er in Ironton, Lawrence, Ohio, wohl sogleich auf, denn in Egids Sterbeurkunde des Jahres 1949 ist angegeben, er habe seit 67 Jahren in den U.S.A. gelebt und sich 67 Jahre lang in Ironton, Lawrence, Ohio, aufgehalten.
Staatsbürgerschaft 1886
Dazu passt, dass er im Jahr 1884 im Lawrence County die Staatsbürgerschaft beantragte. In diesem Dokument gab er an, er sei am 23 August 1881 in Bremen abgereist und am 7 September 1851 in New York angekommen. Am 4 Oktober 1886 erschien Egid Weitz dann zusammen mit Charles Hoffman und Egid Zang im Lawrence County vor Gericht, um zu bezeugen, dass er die Staatsbürgerschaft annehmen möchte. Am selben Tag beantragte auch Egid Zang die Staatsbürgerschaft.
Wohnort 1900
Nachweislich wohnte er im Jahr 1900 bei der Familie seines Cousins Leonard John Hoffman (1862-1933) dort. Dieser war ein Sohn von 1861 ausgewanderten Stockstädtern, nämlich Aegidius‘ Tante Anna Maria Zang (1838-1907) und des Karl Hoffmann (1836-1893). Leonard hatte sich wie seine Eltern in Ironton niedergelassen. Im Jahr 1900 wohnte er mit seiner Familie dort in der 3rd Street 25 – nur wenige Straßenzüge vom Ohio River entfernt, der die Grenze nach Kentucky darstellt.
Im Census 1900 wird Leonard Hoffman als Schuhhändler (shoe merchant) bezeichnet, und Egid arbeitete wohl in seinem Laden, denn sein Beruf ist mit Schuhmacher (shoe maker) angegeben. In der Familie Leonards und seiner Frau Mary lebten zu dieser Zeit Sohn Isidor im Alter von vierzehn Jahren, Tochter Norma, 11 Jahre und Tochter Phyllis im Alter von eineinhalb Jahren. Im Nachbarhaus in der 3rd Street 27 wohnte Charles Hoffman, Leonards frisch verheirateter Bruder, mit seiner Ehefrau Sarah Jane Callahan („Sadie“).
Wohnort 1910
Die Familie Hoffman war inzwischen in ein Haus in der 6th Street 72 umgezogen. Bei den Eltern Leonard John und Mary Elizabeth Hoffman wohnten der nun 24-jährige Sohn und Elektriker Isidor, die elfjährige Phyllis und der siebenjährige Sohn Emerson sowie Cousin Egid (der im Census 1910 Edward genannt wird). Im Haushalt gab es außerdem noch eine Hilfe (servant) namens Lillian Miller. Leonard und Egid wurden im Census beide als selbständige Schuhhändler (merchant shoe store, on own account) bezeichnet.
Schiffsreise nach Europa 1910
Im Jahr 1910 begab sich Egid zusammen mit seinem Freund Michael Gustav Zang auf eine Reise nach Europa. Lt. Passagierlisten kamen die beiden U.S.-Bürger Egid Weitz und Michael Zang nach Abreise aus New York am 9 Juli 1910 mit dem Schiff Philadelphia in Plymouth, Großbritannien, an. Sie besaßen ein Ticket, das sie nach Antwerpen in Belgien bringen sollte. Am 1 Oktober 1910 bestiegen beide in Rotterdam wieder das Dampfschiff S.S. Rotterdam, um zurückzukehren. Sie landeten am 9 Oktober 1910 in New York an.
Drei Monate lang hielten sie sich in Europa auf. Ob sie in dieser Zeit ihren Heimatort Stockstadt besuchten? Vermutlich war dies der Fall, denn ihr Rückreiseticket hatten sie zum Preis von 240 (vermutlich Dollar, die Währung ist nicht angegeben) bei W. Kern in Frankfurt am Main gekauft. Michael Zang war ja wie Egid Weitz im Jahr 1859 in Stockstadt geboren worden und wenn nicht dessen Schulfreund, zumindest ein Jahrgangsfreund. Kurz nach Egid war Michael am 28 Januar 1882 in Amerika angekommen. Von 1882 bis 1910 lebte er dann wie Egid in Ironton, Lawrence, Ohio. So gab er es an, als er am 18 Juni 1910 einen Reisepass beantragte. Mit seiner Frau und fünf Kindern wohnte er in Ironton am Depot Square 187, quasi um die Ecke von Egid. Kurz vor seiner Reise muss er aber mit der Familie nach Marion, Franklin County, Ohio, umgezogen sein, im Census 1910 ist die Familie bereits dort gemeldet.
Wohnort 1930
Im Jahr 1930 sind Leonard und Mary Hoffman mit Cousin Egid in einem Eigenheim in der N. Park Street 706 (später Park Avenue) in Upper Township, Ironton, Lawrence County, Ohio, verzeichnet. Leonard und Egid sind nun im Ruhestand (retired). Sie scheinen sich nach wie vor gut zu verstehen. Egid besitzt lt. Census die Staatsbürgerschaft. Für alle drei ist angegeben, sie hätten nicht die Schule besucht, könnten jedoch lesen.
Wohnort 1940
Leonard starb am 19 Mai 1933. Im Jahr 1940 lebten seine 76-jährige Witwe und Leonards 80-jähriger Cousin Egid nach wie vor in der Park Avenue 706. Hier heißt es nun, Egid habe die Schule besucht.
Egids Ableben
Am 24 November 1947, abends um 23.40 Uhr (11.40 PM) verstarb Egid Weitz 88-jährig in Ironton. Den Tod meldete Phyllis Knapp, Tochter seines Cousins Leonard. In seiner Sterbeurkunde wurden Geburtsddatum und -ort korrekt notiert, die Namen der Eltern jedoch als „nicht bekannt“ vermerkt. Die Todesursache lautete: Lungenoedem und chronische Nephritis. Der Wohnort sei 706, Park Avenue, der Beruf sei Schuhhändler (shoe merchant) gewesen.

Egids Grab befindet sich im Calvary Cemetery, Coal Grove, Lawrence, Ohio, in Section A. Egid Weitz war nicht verheiratet und hatte nach aktuellem Wissensstand keine Nachkommen.

In Egids Stammbaum finden sich folgende Stockstädter Familiennamen: Bauer, Debor, Duttine, Gehrig, Gentil, Lang, Sauer, Werner, Zang. Seine Urgroßmutter Anna Maria Beckmann stammte aus Sailauf.



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