Die Familie AUBERGER lässt sich in Stockstadt am Main bis 1734 verfolgen, als im Februar dieses Jahres ein Aegidius Auberger aus Aub (bei Würzburg) die Stockstädterin Margaretha Werner (1708-1772) heiratete und die Linie begründete, die durch seine Söhne Balthasar Auberger(1735-1801) und Andreas Auberger(1752-1815) fortgeführt wurde.
Das letzte Kind mit Nachnamen Auberger wurde in Stockstadt am Main im Juni 1852 geboren. Der Nachname existierte danach in Stockstadt nicht mehr, denn bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts waren sämtliche Namensträger nach Amerika ausgewandert. Einige Töchter der Familie aber hatten u.a. in die Stockstädter Familien BAUER, BOTT, FLÜGEL, MÜLLER, ZANG und WOLF eingeheiratet, wodurch die Linie auf der mütterliche Seite weiter existierte und es sich lohnt, deren amerikanische Verwandte genauer zu betrachten.
Peter Auberger (Cincinnati, Hamilton, Ohio)
Der erste Amerika-Auswanderer dieser Familie war Peter Auberger (1822-1890), von dem es im Stockstädter Familienbuch (Nr. 82) heißt, er habe sich bereits 1844 – im Alter von 22 Jahren und ledig – auf den Weg über den Atlantik gemacht. Das Datum ist fraglich, nachgewiesen ist bislang nur, dass Peter sich nach der Auswanderung im Hamilton County, Ohio, niederließ. Dort traf er aller Wahrscheinlichkeit nach seine Familie wieder, doch dazu später mehr. Wir wollen zuerst die komplizierten Verwandtschaftsverhältnisse nachvollziehen.
Peter war der leibliche Sohn des Leinwebers Matthäus Auberger (1797-1832) und der Dorothea Gerich (Gehrig)(1798-1823). Als er vier Monate alt war, starb seine Mutter, woraufhin Peters Vater nach Ablauf des Trauerjahrs deren jüngere Schwester Elisabeth Gerich (Gehrig) (1802-1878) heiratete. Peters Tante wurde damit zu seiner Stiefmutter. Als Peter zehn Jahre alt war, starb auch sein Vater und seine Stiefmutter nahm seinen Onkel zum Mann. Dies war der Leinweber Johann Auberger (1807-xxxx), ein Halbbruder von Peters Vater Matthäus. Vermutlich hatten alle im Stockstädter Unterdorf in einem Haushalt gewohnt und die Liaison hatte sich angeboten. Peters Stiefeltern waren also nun seine Tante mütterlicherseits und ein Onkel väterlicherseits. Elisabeth hatte Peter und seine jüngeren Halbschwestern Katharina und Dorothea mit in die Ehe gebracht. Bis 1844 wurden dem Paar dann noch drei weitere Kinder namens Valentin, Wilhelm und Leonhard geboren.
Genau dann soll Peter im Jahr 1844 ausgewandert sein. Entschloss er sich selbst dazu oder wurde er als der älteste Sohn der Familie vorausgeschickt?
Johann und Elisabeth Auberger (Cincinnati, Hamilton, Ohio)
In den 1850-er Jahren begaben sich auch Peters Stiefeltern Elisabeth und Johann mit ihren Nachkommen auf die Reise. Deren Schiffspassage verlief über Liverpool und am 12 August 1853 kam die Familie auf dem Schiff NEW WORLD in New York an. Mit dabei war der zwanzigjährige Martin Depp aus Stockstadt:

Schiff NEW WORLD. Ankunft 12 August 1853 New York
Katharina Auberger, die älteste Tochter, soll erst im Jahr 1855 nach Amerika ausgewandert sein. Jedoch befindet sich eine Katharina Auberger, deren Geburtsjahr ihr entspricht, bereits im Jahr 1848 in Cincinnati, wo sie heiratet. Diese Angabe bedarf der Prüfung!
Elisabeth Auberger, verheiratete Gehrig, starb im September 1878 und wurde wie ihre Kinder Dorothea, Valentin und Wilhelm auf dem Friedhof Saint Mary’s Cemetery beerdigt. Das Sterbedatum ihres Ehemanns Johann konnte bislang nicht geklärt werden.
Anton und Margaretha Auberger (Pittsburgh, Allegheny, Pennsylvania)
1855 entschloss sich Anton Auberger (1812-xxxx), ein Bruder des Johann, ebenfalls zur Auswanderung. Er reiste mit seiner Ehefrau Margaretha Arnold (1811-xxxx), deren Schwester Anna Maria und den Kindern Dorothea, Maria Anna, Katharina, David und Barbara auf dem Schiff METROPOLIS von Le Havre nach New York und kam dort am 21 Mai 1855 an. Die Familie ließ sich in Pittsburgh, Allegheny County, Pennsylvania, nieder. Maria Anna, die Tochter, heiratete in Pittsburgh August Depp (1830-1907) aus Stockstadt am Main.
Quellenangaben:
Chronik Stockstadt am Main. Beiträge zur geschichtlichen Entwicklung. Aschaffenburg, 1982.
Fecher, Josef: Familienbuch Stockstadt am Main. 1621-1900. Aschaffenburg, 2013.
Genutzte Webseiten:
Ancestry.com – FamilySearch.com – Matricula-online.eu

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